Sind Spiele zu lang?

  • Die beste Open World in einem Rollenspiel, die ich in den letzten Jahren gespielt habe, war die von Kingdom come deliverance.


    Nicht vollgestopft mit Hunderten Dungeons, Monstern oder aber vielen Sammelquests. Und wenn dann wurden diese Quests auch explizit gekennzeichnet (als Aktivitäten) und man konnte sie, wie es CRusko getan hat, getrost ignorieren.


    Klar gab es auch in der HQ Aufgaben a la hol dies und jenes. Aber wie es schon im Video zu Outer World gesagt wird, waren diese sehr gut verpackt und schmiegten sich in die Story ein.


    Mich Schrecken mittlerweile auch Spiele mit einer großen Open World ab. Gerade bei Fallout 4 habe ich zwar gemerkt, dass Bethesda Welten bauen kann, aber hat man Oblivion, Fallout 3 und Skyrim gespielt, dann ist es immer das Gleiche.

    Deshalb war KCD erfrischend anders.

  • Also, da gebe ich nochmals meinen Senf dazu. Spiele wie Elex oder Far Cry 5 hatten für mich eine angenehme Länge. Ich habe mich, vor längerer Zeit, nochmals an Skyrim gewagt ... mittlerweile habe ich es wieder zur Seite gelegt. Warum?

    1. Wurde ich mit Haupt- und Neben-Quest Aufgaben überschüttet.
    2. Dadurch habe ich mittlerweile teilweise den Überblick verloren wer hier welche Rolle spielt und weshalb.
    3. Durch die 1000 und 1 Nebenaufgaben verliert sich die Hauptstory
    4. Die Welt ist mir einfach viel zu groß. War ich da schon? (Ja, wird angezeigt.) Muss ich noch dorthin? Was war da? Was musste ich dort erledigen?
    5. War ich irgendwo in den Tiefen eine Dungeons und hatte meine Taschen mit Krempel vollgestopft ging irgendwann nichts mehr. Das Zeug liegen lassen und weiterziehen oder zurück ins Haus, Taschen leeren und wieder in die Tiefen steigen?

    Gut, die Welt von Elex war auch groß, dennoch letztlich übersichtlich, auch bei Far Cry 5. Ich denke diese Spiele sind so ungefähr meine Messlatte wie lang solche Spiele sein dürfen oder sollen.


    KCD ist sicher auch angenehm übersichtlich, warum ich es nie zu Ende gespielt habe liegt aber an anderen Dingen. Mir war es zu realistisch:


    1. Pausenlos gehen irgendwelche Sachen kaputt, man muss sie reparieren.
    2. Das Kampfsystem hat mir absolut nicht gelegen. Ich brauche da etwas was deutlich einfacher ist. :blackeye:
    3. Letztlich hat mich das notwendige Waffentraining gestört. Mein Heini war ja kaum fähig einen Zahnstocher zu halten. Bogen? Kurz gespannt, schon ging dem die Luft aus. Aber auch nach etlichen Spielstunden hatte ich nicht das Gefühl das mein Heini wesentlich besser wurde. Irgendwann will ich da auch Fortschritte deutlich spüren.
  • Auch wenn ich jetzt mit meiner Meinung eher alleine da stehe und die auch nichts mit dem Thema zu tun hat aber als P&P-Rollenspieler sind für mich all diese Computer "RPG" alles, nur keine Rollenspiele.

    Da würde ich eher sagen "mal mehr, mal weniger. Es gibt durchaus Computer-RPG, die in Hinsicht auf Entscheidungsfreiheit, Konsequenzen und Charplay schon auf einem guten Weg sind. Und es gibt ja auch P&P-Runden, die doch eher ähm sagen wir unbedarft sind.


    Dabei braucht ein RPG für mich auch nicht unbedingt eine Open World, solange ich in dem begrenzten Raum verschiedene Möglichkeiten habe. Deswegen gefiel mir Deus Ex z.b. besser als Mass Effect. Ich gebe dir insofern recht, dass nur steigerbare Charakterwerte auf jeden Fall noch kein Rollenspiel machen , weswegen fast alles mit der Bezeichnung "Action-RPG" auch für mich kein Rollenspiel ist.

    Ein Tag ohne ein Lächeln ist ein verlorener Tag. (Charlie Chaplin):)

  • Sind Spiele zu lang? Die Frage finde ich eigentlich Quark. Aber nachdem ich hier einige Beiträge gelesen habe, sehe ich die Fragestellung in einem anderen Zusammenhang. Und hoffe, dass ich die Problematik richtig gedeutet habe.

    Unsere Freizeit ist begrenzt, logisch. Ein gutes Argument. :thumbup:

    Aber wie sieht denn die Realität aus? Man spielt ein Spiel und dann ist für ein Jahr Sense?

    Die Realität sieht doch wohl eher so aus, dass man sich sowieso einem neuen Spiel widmet, sobald man eines durch hat.

    Ist es da nicht egal, ob man mehrere kleine hintereinander spielt -- oder sich statt dessen mit einem großen einen längeren Zeitraum beschäftigt?

    Ich frage das jetzt einfach nur mal so .... völlig wertfrei und qualitätsneutral. XD

    Oder ist es doch nur mangelnde Geduld, sich mal konsequent nur einer einzigen Sache zu widmen?

    Weil .... nächsten Monat kommt ja das xyz- Game heraus. Wobei ich mich frage, ob das Problem eher ein RPG Problem ist. "Städtebauer" (z.Bsp. Anno, City Skylines) gehen nämlich eher den umgekehrten Weg. Da können gar nicht genug zusätzliche Dlc und Spielinhalte implementiert werden.

    Ein Genre typisches Phänomen? Vielleicht weil geduldige gamer sich lieber in der sim und Bau- Fraktion tummeln?

    Nehmen wir als Beispiel KcD: Es gab Beschwerden von gamern, dass man nicht querfeldein durch reißende Ströme, über hohe Klippen oder durch Bäume und Büsche einfach hindurch kann. Sachen, die in der Realität kein halbwegs vernünftiger Mensch probieren würde. Und ja, es gibt AAA- Spiele, wo das ohne weiteres geht. Wo ist das Problem, einfach mal ne Brücke zu suchen, einem Weg zu folgen. Oder nicht hilflos dazustehen, weil kein Questmarker da ist. Sondern stattdesssen mal das naheliegende zu tun und NPC nach dem Weg zu fragen oder sich selbst auf eine abenteuerliche Suche zu machen. Und wieso muß man einem gamer sagen, in wieviel Trümmerstücke ein Raumschiff zerborsten ist, damit er weiß, wann er alle gefunden hat? Waia ... manchmal frage ich mich ...:dash:

    So, genug Schwarzmalerei. ;) Es gibt nämlich auch Argumente, die ich voll und ganz nachvollziehen kann.

    Wenn zum Beispiel ein Spiel "künstlich" vergrößert wird. Was ich damit meine? Oh, da muss ich wieder ein Beispiel bemühen. AC Origins finde ich bis heute ein tolles Spiel. Man wird in der Story über die Karte geführt, entdeckt die wunderschöne Spielwelt und sogar die Nebenquests fand ich überwiegend interessant. Deshalb habe ich mich unbändig auf AC Odyssey gefreut. Der Anfang in Kephalenia war auch sehr vielversprechend. Aber je weiter ich in das Spiel kam, um so mehr hatte ich das Gefühl, mit Füllmaterial konfrontiert zu werden. Sich ständig wiederholende Aufgaben, viele unnötige Wege ... und von den Anschlagbrettern will ich gar nicht anfangen. Durch das Mitleveln der Gegner war man auch noch gezwungen, ständig von der Hauptquest abzuweichen um mithalten zu können, obwohl ich auf manche Nebenaufgaben überhaupt keinen Bock hatte. Und irgendwann war ich an dem Punkt, wo ich lieber die Schnellreise bemüht habe, anstatt die schöne Spielwelt zu genießen. Versteht mich nicht falsch, das Spiel ist trotzdem schön. Aber hier wäre mir etwas weniger einfach lieber gewesen.

    Ich weiß nicht, vielleicht liegt es einfach an der heutigen Zeit. Vielleicht wollen das ja viele Kunden so. Kann ja sein.

    In meiner Jugend liefen in der schwarz- weiß- Glotze noch Sendungen mit tieferem Sinn. (Grütz- Grafik, aber gutes Storytelling) Heute bevorzugen viele die seichte Unterhaltung aber in 4K. :D Vielleicht ist das bei Spielen inzwischen auch so. Und wenn schon, ich kanns sogar verstehen. Nach einem anstrengenden Arbeitstag ist man froh über simple Unterhaltung. ;)